Nasale Aspergillose

Ich schreibe hier über Mädis Krankheit, weil ich durch die vielen Recherchen im I-NET und Gespräche mit TÄ zu den Schluß gekommen bin, das diese Krankheit bei Hunden sehr selten und die Erfahrung dementsprechend gering ist. Es ist richtig das die bekannten Tierkliniken die Krankheit kennen und auch Behandlungsmethoden kennen, nur viele von uns wohnen ja auf dem Land, in einer kleinen oder auch größeren Stadt in der die Krankheit noch nicht aufgetreten ist. Den TÄ kann da kein Vorwurf gemacht werden, wenn sie diese Erkrankung nicht sofort feststellen. Deshalb hier mein Bericht mit dem Anfang und Verlauf der nasalen Aspergillose, vielleicht ist er für den einen oder anderen Hundebesitzer hilfreich und es kann schnell die Behandlung begonnen werden.

03.10.2004

Am Morgen fiel mir auf das aus Mädis Nase immer wieder Tröpfchen kamen, was sich im Laufe des Tages immer mehr verstärkt hat.Am Abend sind wir zum TA gefahren. Dort wurde festgestellt das die Mandeln etwas dick waren und sie offentsichtlich einen Schnupfen hat.Zur Sicherheit wurde ein Abstrich gemacht, der zur Untersuchung in ein Labor gegeben wurde.Das Ergebnis kam schon am nächsten Tag und es hieß sie habe Staphylokokken. Sie bekam dann Antibiotika, jeden Tag eine Tablette.

18.10.2004

Mädis Nase läuft immer noch und der rechte Nasenflügel ist entzündet. Sie bekommt weiterhin Antibiotika, zusätzlich wird ihre Nase jeden Tag mit einer Jodlösung eingerieben, was für sie sehr schmerzhaft ist.

20.10.2004

Es ist eine leichte Besserung der Entzündung eingetreten, nur die Nase läuft noch.

29.10.2004

Die leichte Besserung war leider ein Trugschluß, im Gegenteil, es hat sich alles wesentlich verschlechtert.Ein leichter Stoss an ihrer Nase und das Aufheulen meines Hundes war Anlass, das ich noch am Abend mit ihr zum TA gefahren bin. Dort wurde sie gleich in Narkose gelegt und eine Endoskopie vorgenommen. Anschließend wurde eine Röntgenaufnahme gemacht. Meine TÄ waren ratlos als sie die Aufnahmen gesehen haben. Es war ein großer Pilz zu sehen und mitten drin etwas das wie ein Einschluß aussah. Sie haben sich sofort mit einem Spezialarzt, 80 km von uns entfernt, in Verbindung gesetzt und einen Termin für den nächsten Tag ausgemacht.

30.10.2004

Gleich am nächsten Tag, es war ein Samstag, bin ich mit ihr dorthin gefahren.. Der TA legte Mädi wieder in Narkose, machte ebenfalls eine Endoskopie und Röntgenaufnahmen. Ihre Nase wurde dabei gespült. Er entnahm Gewebeproben von diesem Pilz. Auch er hatte so etwas noch nie gesehen. Auf jeden Fall versprach er uns, diese Probe sofort an ein Labor zu schicken. Also mußte ich mit Mädi wieder unverrichteter Dinge heim fahren. Noch immer wußten wir nicht was denn nun eigentlich ihre Krankheit wirklich ist.

08.11.2004

Das Ergebniss der Laboruntersuchung ist da. Es handelt sich um einen Schimmelpilz, Aspergillose.Meine TÄ haben nun beraten und sich informiert wie die weitere Behandlung durchzuführen ist. Hierzu mußten die entsprechenden Medikamente und med.Geräte bestellt werden, die notwendig waren.

An diesem Tag begann meine Recherche im I-NET um mehr über diese Krankheit zu erfahren. Leider gibt es im I-NET nicht viel darüber zu erfahren. Danken möchte ich aber I-NET Freundinnen wie Claudia/Alina und Elfi aus der Schweiz die mir geholfen haben Adressen ausfindig zu machen.Bine aus Virginia/USA, die mir einen Bericht über diese Krankheit aus Amerika geschickt hat. Mein ganz besonderer Dank gilt allerdings meiner lieben Freundin Dagmar aus Bernau, die sich ohne zu zögern sofort mit der Uni-Tierklinik in Berlin in Verbindung gesetzt hat um eine Publikation über die nasale Aspergillose, die ein Professoren- und Ärzteteam geschrieben hat, zu bekommen. Dagmar hat dafür gesorgt das mir diese Publikation sofort zugestellt wurde.

12.11.2004

Um 7.45 Uhr mußte ich Mädi in der TÄ-Praxis abgeben. Die Ärzte hatten alle Medikament und med. Geräte erhalten. Sie wurde sofort in Narkose gelegt. Es wurde dann mit der Medikamentenmischung eine Strahlung der Nasennebenhöhle, sowie der Stirnhöhle vorgenommen, hierzu mußte der Rachenbereich abgedichtet werden und Mädi wurde über eine Sonde beatmet. Die Lösung wurde in verschwiedenen Kopflagen je 20 Minuten belassen und dann wieder abgestrahlt. Es stellte sich auch heraus das der Pilz bereits die Knochen erreicht hatte. Um 16 Uhr konnte ich sie wieder abholen. Natürlich war sie müde, schlapp und kaum ansprechbar. Die ganze Nacht habe ich dann bei ihr gewacht und besonders auf ihre Atmung geachtet.

13.11.2004

Gegen Mittag bin ich mit ihr zur Nachuntersuchung zum TA gefahren. Sie bekam ein schmerzstillende und eine Spritze zum Aufbau des Immunsystems.

In den folgenden Tagen lief ihre Nase immer noch, es mußte ja die Spülung auch wieder rauskommen. Bei den Nasenflügel wurde eine deutliche Besserung festgestellt. Sie hatte auch keine Schmerzen mehr und ich konnte wieder über ihren Nasenflügel streicheln.

17.11.2004

Ich war mit Mädi gerade mit dem Auto auf dem Heimweg um meinen Mann zu seiner Therapie zu fahren, als ich bemerkte wie Mädis Augen plötzlich nach oben verschwanden und nur noch das untere Lid weiss und rot zu sehen war. Ich hielt sofort an und rüttelte sie, es kam keine Reaktion, in Panik bin ich sofort umgekehrt und zum TA gerast. Dort angekommen kam Mädi langsam wieder zu sich. Der TA untersuchte sie gründlich und erklärte mir, das dieses Verschwinden der Augen mit der Schwellung und den Nerven im Hirnbereich zusammenhängt. Sie bekam gleich eine Spritze um die Abschwellung zu beschleunigen.

20.11.2004

Heute war ich, wie jeden 2.Tag wieder beim TA, die Augen haben sich nicht wesentlich gebessert, der Ausfluss aus der Nase läßt langsam nach. Sie bekommt jetzt jeden 2. Tag Abschwellungspritzen und Spritzen zum Aufbau des Immunsystems.

22.11.2004

Die Augen haben sich gebessert und auch die Nase läuft nicht mehr so stark.Es ist der erste Tag nach ihrer Strahlung, der Anlass zur Hoffnung gibt. Sie ist auch aufmerksamer, nimmt wieder Anteil was in ihrer Umgebung passiert. Wir konnten heute auch das 1. Mal wieder einen längeren Spaziergang unternehmen, der ihr sehr viel Freude bereitet hat.

01.12.2004

Heute waren wir wieder beim TA. Die Augen sind wieder vollkommen normal, die Nase läuft auch nicht mehr, nur niesen muß sie immer noch verhältnismässig viel. Sie hat wieder eine Spritze für ihr Immunsystem bekommen. Im Moment ist Mädi wieder ganz normal, sie läuft wieder gern, spielt und ist ganz unsere liebe Mädi. Am kommenden Mittwoch den 08.12.2004 wird die Nachuntersuchung vorgenommen. Sie wird geröntgt und es wird noch einmal ein Abstrich genommen und im Labor untersucht. Erst dann kommt es auf, ob der Pilz besiegt ist oder ob Mädi diese Turtur noch einmal über sich ergehen lassen muss. Wir hoffen und beten das der Pilz besiegt ist.

08.12.2004

Heute war wieder TA-Termin, Mädi wurde in eine leichte Narkose versetzt und die Nase wurde geröntgt. Auf dem Röntgenbild war nichts mehr zu sehen, Zur Sicherheit wurde ein Abstrich genommen und ins Labor geschickt. Bis zur endgültigen Nachricht müssen wir uns nun noch ein paar Tage gedulden.

13.12.2004

Der TA hat angerufen ! Für uns ist heute Weihnachten. Wir sind so glücklich, wir könnten die ganze Welt umarmen. Der Pilz ist besiegt.

Ich möchte an dieser Stelle meinen TÄ ein Riesen-Kompliment aussprechen. Sie sind noch nie mit dieser Krankheit konfrontiert wurden, haben sich aber nach allen Richtungen erkundigt, Medikamente und med.Geräte besorgt und diese Krankheit auf Anhieb besiegt.

DANKE an die Gemeinschaftspraxis Haldenwang/Allgäu, insbesonders an Dr.Frank Wendt, der alles in seiner Macht stehende getan hat, damit Mädi wieder gesund wird und uns damit das schönste Weihnachtsgeschenk 2004 beschert hat.